Hof Brancati
von Giò Buonanno und Melita Brancati
Fläche: 100 Hektar in San Gregorio di Catania (Catania)
Produkte: Orangen, Zitronen, Grapefruits, Clementinen und Mandarinen, Oliven, verarbeitete Produkte (Trasformati)
Projekte: -
Übernachtungsmöglichkeit: informelle Gastfreundschaft
Die Azienda Brancati, 1930 von Peppino Chisari gegründet, wird heute von Giò Buonanno und Melita Brancati geführt, Bio-Architektur-Fachleuten, die sich der Landwirtschaft widmen wollten.
Auf insgesamt 100 Hektar, davon 45 für Zitrushaine und 11 für Nocellare Etnea Olivenhaine, produziert der Betrieb zertifiziertes Bio mit einer Produktionssaison von Oktober bis Juni.
Nachdem die Schließung wegen der Schwierigkeiten des traditionellen Marktes drohte, trat der Betrieb 2013 LeGallineFelici bei und erreichte 2015-16 75% Direktvermarktung, mit einem Verarbeitungslabor für Schalen und getrocknete Produkte.
Der Hof Brancati wurde 1930 von Peppino Chisari gegründet und umfasst rund 100 Hektar.
Peppino war einer der ersten, der die Arbeit mit einem Traktor automatisierte und die von der Krankheit Falscher Mehltau dezimierten Weinberge mit den ersten Zitruspflanzen ersetzte. Anschließend erlebte der Betrieb unter der sorgfältigen Leitung seines Schwiegersohns Giuseppe Buonanno die großen wirtschaftlichen Momente der 60er Jahre. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Produkte gaben den Söhnen Giancarlo und Antonio die Möglichkeit zur Schule zu gehen, zu studieren und heute in einem schönen Haus zu leben, das, wie sie sagen, immer nach Orangen duftet.
Im Jahr 2008 wurde der Hof mit mir, Giancarlo Giuseppe (Giò) Buonanno, und Melita Brancati an die dritte Generation übergeben, zwei Experten für Bio-Architektur und Stadtplanung.
Ob aus familiärer Zuneigung, die alle Sizilianer in Bezug auf ihr Land, in dem sie ihre Wurzeln haben, auszeichnet, oder wegen eines Rückgangs der Arbeit im Bausektor, Melita und ich widmen uns unserer neuen Herausforderung Vollzeit. Wir verstehen, dass die sizilianische Landwirtschaft an einem epochalen Scheideweg steht und beginnen, in der Direktvermarktung den einzigen Ausweg zu erkennen.
Der Betrieb bewirtschaftet derzeit rund 45 Hektar Zitrushaine und 11 Hektar Olivenhaine der Sorte Nocellare Etnea biologisch.
Die produktiven Pflanzen, die bereits bis in die 60er Jahre zurückgehen, sind sehr vielfältig, beginnend mit der Satsuma Myiagawa und der Mandarine Primosole, gefolgt von der Blondorange Navelina, den kernlosen Klementinen, der Tarocco Orange, der Sanguinelle, den Mandarinen im März und die späten Taroccos S. Alfio um dann mit der blonden Sommerorange Valencia abzuschließen. Wir bauen folgende Typen Tarocco an: Nocellare, Gallo, Catania und Comune. Wir stellen auch eine begrenzte Menge an nativem Olivenöl extra her, das aus der Olivensorte „Nocellare Etnea“ gewonnen wird.
Wie alle kleinen und mittleren sizilianischen Unternehmen war auch Brancati dem Risiko unterlegen – und das ist auch heute noch so – die Tore für immer schließen zu müssen, aus den Euch bekannten Gründen der Globalisierung der Lieferkette. Aber auch dank der finanziellen Unterstützung der Familie (mit Ersparnissen aus der goldenen Zeit der Orange), um die Angestellten und Lieferanten zu zahlen, kann der Hof die Idee einer alternativen Vermarktungsmöglichkeit – direkt und qualitativ – voranbringen. Hierbei werden Vermittler, Käufer, Einzel- und Großhändler gezielt umgangen.
Derzeit beschäftigt der Betrieb Brancati Carmelo, Sebastiano und Filippo, und dank des Labors zur Weiterverarbeitung von Produkten arbeiten auch Agata und Francesca für eine Saison bei uns.
Im Jahr 2011 habe ich mich zum ersten Mal gleichzeitig in der Rolle des Erntenden und des Verkaufenden wiedergefunden. Ich habe den Verkaufspreis einiger Chargen verdoppelt und es geschafft, den Betrieb ins Internet zu bringen. 2012 ist das Jahr, in dem mit der Direktvermarktung der Hofprodukte begonnen wird: ein befreundeter Importeur in der Schweiz, der an der „Sizilien-Krankheit" leidet, bietet seinen Schweizer Landsleuten begeistert unsere exquisiten sizilianischen Orangen an; ein brüderlicher Freund, der in Frankreich wohnt, erklärt sich bereit, unsere Zitrusfrüchte entgegenzunehmen und an seine französischen Bekannten zu verteilen; weiter gibt es eine FoodCoop aus den Marken und etwa 20 italienische und ausländische Kunden über Facebook.
2013 sind wir mit dem Konsortium Glückliche Hühner in Kontakt gekommen, von denen wir bereits die Absichten kannten und teilten. Die Beziehung zum Konsortium, zunächst als reine Erzeuger, wurde bald zu einer „aktiven Teilnahme" als Mitglieder, in der wir Produktion und Verbreitung in norditalienischen Schulen teilen. Dank des günstigeren Endpreises aufgrund der exzellenten Logistik des Konsortiums können die Produkte des Unternehmens nun auch an andere Kundengruppen, insbesondere im Ausland, verkauft werden; außerdem freuen wir uns, dass ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Konsortiums für soziale Aktivitäten verwendet wird. Ziele, die unser Hof in seiner kleinen Form nie erreichen könnte.
Wir haben in ein Labor für die Weiterverarbeitung unserer angebauten Produkte investiert. Das Labor kümmert sich um die Trocknung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, nachdem wir für einige Produkte wie Zitrusschalen und Pulver aus diesen bereits ein positives Feedback erhalten haben. Ebenso für getrocknete Scheiben von Zitrusfrüchten, die hauptsächlich für einige Schweizer Schokoladenhersteller bestimmt sind.
Der Hof freut sich immer über Gäste, die uns besuchen möchten. Wir haben keine Möglichkeit eine Übernachtung anzubieten (außer Ihr möchtet zelten) aber Ihr werdet immer mit einem erfrischenden Saft begrüßt werden!
Giò