Carlo Limone

Hof & Agriturismo San Matteo 

 
 
 
 

                        2007: 

Ich bin Carlo Limone, bin 46 Jahre alt und lebe seit 13 Jahren auf meinem landwirtschaftlichen Betrieb in Giarre, der ca. 6 Hektar umfasst.
In Turin geboren kam ich 1980 hier an, um das Land meiner Großeltern mütterlicherseits kennenzulernen. Am Anfang sollte es ein Urlaubsort sein, den ich restaurieren und neu bepflanzen musste, weil das Haus nur eine Art Weinkeller war und der Weinberg seit Jahren verlassen war. Später wurde es mein Zuhause und mein Leben.

Die Landwirtschaft war die Basis des Lebensunterhaltes aber die Schwierigkeiten waren beträchtlich und ich kam nicht über die Runden. Ich dachte, dass eine alternative Lösung darin bestehen könnte, das Obst in Marmelade umzuwandeln, damit ich nicht mitansehen muss, wie mein Obst an den Bäumen verschimmelt.
Dann die Frage: „Warum sollte jemand meine Aprikosenmarmelade kaufen?“. Also mischte ich die Frucht mit anderen Früchten und kombinierte verschiedene Aromen wie Kaffee, grüner Tee, Rosmarin, Minze, Ingwer. So sind verschiedene Konfitüren entstanden, die mir ermöglichten Teil vom „Salone del Gusto“ in Turin und somit von Slow Food zu werden.
Ich habe die Wirkstoffe von Pflanzen mit Marmeladen kombiniert und dabei immer an Wohlbefinden und Natürlichkeit gedacht.
Im Jahr 1999 habe ich die Bio-Zertifizierung beantragt und der Betrieb stellte sich daraufhin mit großen Schwierigkeiten auf diese Wahl um, die mir für mich und die Menschen, die meine Produkte kaufen, als einzig richtig erschien.

Als Bio-Pionier habe ich zahlreiche Experimente mit alternativen Pflanzen betrieben. Ich habe Beeren angepflanzt, die in Sizilien nur bekannt waren, weil sie aus Trentino kamen. Die Feijoa, eine wunderbare Pflanze, die Früchte mit einem besonderen Geschmack trägt, Kiwi, Panizzare-Walnüsse – eine Sorte, die man im September frisch isst und die sehr groß werden, die Pekanuss, die Cedri / Zeder (süße Esszitrone) und natürlich die üblichen Zitronen, Mandarinen und Klementinen sowie Obst (Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen und Pflaumen).

Heute erlebt das Land in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht eine Krise. Wir finden keine Absatzmärkte mehr, die Kosten ersticken uns und die Arbeit wird zu einem fernen Trugbild.
Die kleinen Erzeuger werden gezwungen sein, ihren Betrieb zu schließen und die Pflanzen- & Gemüsesorten der Vergangenheit werden denen weichen, die die großen Betriebe in Umlauf bringen.
Zusammen mit Roberto und all den anderen wollen wir nicht aufgeben und aus diesem Grund hoffen wir, dass wir Euch diese alten Sorten probieren lassen können, die nicht mit chemischen Mitteln gereinigt werden müssen, um Spuren von eben diesen zu entfernen.

2019:

Heute bin ich immer noch hier, bin 58 Jahre alt versuche nach wie vor Methoden zu finden, wie man die Produkte am besten weiterverarbeitet. Ich versuche neue Dinge zu lernen, die dazu beitragen können den Aufwand in der Kultivierung zu reduzieren, Freude zu haben und Interesse zu wecken.
Im habe im letzten Jahr mit mäßigem Erfolg mit dem Anbau von Ingwer und Kurkuma begonnen und setze mich dafür ein, dass ich meinen Freunden so schnell wie möglich ein in Italien angebautes Bio-Produkt anbieten kann. Die Geschmäcker haben sich verändert und das Interesse richtet sich auch auf subtropische Früchte, weshalb ich die Passionsfrucht und die Avocado hinzugefügt habe.
Ich werde in meinem kleinen Agriturismo auf Euch warten und werde Euch stolz erklären, was ich zu tun versuche. Ich kann Euch einige Tage bei mir beherbergen, damit Ihr diese Zeit auf dem Land verbringen und in die vergangenen und modernen Düfte eintauchen könnt.