Hof Caudarella

Michele Russo und Vittoria Lo Dico

 
 
Als ich 2010 beschloss, alles fallen zu lassen, um "auf das Land zurückzukehren", fragte ich meinen Großvater, ob ich mich um Caudarella kümmern könnte, ein verlassenes Grundstück, auf dem Kaktusfeigen gepflanzt worden waren und das niemand bewirtschaften wollte. Und mein neues Leben wurde bald darauf durch die Begegnung mit Vittoria bereichert, meiner seitherigen Partnerin. Gemeinsam kümmern wir uns um dieses winzige Stück Siziliens bei Caltagirone.

Auf Caudarella werden hauptsächlich Kaktusfeigen angebaut, eine Kultur, um die sich alle unsere Experimente drehen und die sich im Laufe der Zeit von einer Monokultur zu einem kleinen produktiven Wald entwickelt hat. Dieses Wäldchen integriert zwischen den Reihen eine sehr große, ständig wachsende Vielfalt von Kräutern, Sträuchern und Bäumen sowohl für die Produktion von Nahrungsmitteln als auch für die Aufrechterhaltung eines immer stabileren ökosystemischen Gleichgewichts. Im Laufe der Zeit haben wir gelernt, und wir lernen weiterhin, wie wir die Produkte, die uns die Erde bietet, verbessern können, indem wir die Wildnis kennenlernen und studieren und lernen wie wir die Sekundärprodukte des Kaktusfeigenanbaus nutzen können.

Auf dem Land haben wir auch etwa dreißig Obstsorten für den eigenen Bedarf, für den lokalen Markt und für die Verarbeitung gepflanzt indem wir unsere Rohstoffe verwenden und auf dem FairTrade-Markt kaufen, was wir nicht produzieren können.
Wir haben auch ein kleines Weiterverarbeitungslabor eingerichtet, das uns ermöglicht, Überschüsse, wenn es sie gibt, besser zu verwalten und wirklich gute Kompotte, Cremes und Soßen herzustellen.

Unser Land wird nach den Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet und täglich neugestaltet, es ist nicht biologisch zertifiziert, aber die Wertschätzung für das Land sowie für das Wohlergehen von Mensch und Tier wird von denjenigen, die uns kennen, als absolute Garantie angesehen. Für uns ist der Einsatz von synthetischen Düngemitteln oder Pestiziden unvorstellbar, der Betrieb muss als Agrarökosystem geführt werden.

Wir experimentieren mit Techniken der regenerativen Bodenbewirtschaftung und der Reduzierung und Optimierung des Wasserverbrauchs und sind seit einigen Jahren dank des Konsortiums Partner eines LIFE-Projekts zum Schutz der Biodiversität und zur Förderung agronomischer Techniken, die Wüstenbildungsprozesse bekämpfen. Vielleicht ist es nach dem Gesagten überflüssig, aber wir möchten noch einmal betonen, dass die Erhaltung der natürlichen Ökosysteme unser Hauptziel ist.

Der Betrieb ist in zwei Bereiche aufgeteilt, einer auf der offenen Ebene, wo es eine kleine Ruine (und endlich auch unser kleines Haus!), ein Produktlager und die meisten Obstpflanzen gibt. Der andere Bereich ist näher am Dorf, und dort haben wir unser kleines Verarbeitungslabor.

Caudarella befindet sich in der Nähe des Waldes von S. Pietro, einem geschützten Naturgebiet, das zahlreiche Naturpfade und Anregungen für Liebhaber bietet.

Was wir tun, ist von dem Wunsch beseelt, dass das Bedürfnis, sich um diese Erde zu kümmern, bald zu einem kollektiven Bedürfnis wird und dass Projekte, die gleich oder besser als unseres sind, immer zahlreicher werden.

Bis bald

Mico und Vittoria